Schlüsselwörter: Depression, Multimorbidität, hohes Lebensalter, Ageism (Altersdiskriminierung), Psychotherapie, Multiprofessionalität, innovative Versorgungsformen
Ältere, pflegebedürftige Menschen mit Depressionen erhalten im Rahmen der Regelversorgung bislang keine adäquate psychotherapeutische Behandlung. Hohe Prävalenzraten und langfristige Folgen depressiver Erkrankungen (erhöhte Mortalität, kognitiver Abbau, funktionale Einschränkungen) verdeutlichen den Versorgungsbedarf. Randomisiert-kontrollierte Versorgungsstudien zeigen, dass flexible, alterssensible und multiprofessionelle Behandlungsansätze, die bei Bedarf aufsuchend umgesetzt werden können, wirksam sind. Exemplarisch vorgestellt werden die Konzepte zweier in Kooperation mit der DGVT realisierter Innovationsfondsprojekte: PSY-CARE (abgeschlossen), das die zielgruppenspezifischen Potenziale ambulanter Psychotherapie unter Realbedingungen untersuchte, sowie BRIDGE (laufend), das die Wirksamkeit eines multiprofessionellen Aktivierungsprogramms für den Übergang von stationärer zu ambulanter Versorgung zur Reduktion von Depression und der Verstetigung von Therapieerfolgen evaluiert. Die Integration solcher Versorgungsmodelle in die Regelversorgung erscheint notwendig, um die Versorgungssituation älterer, vulnerabler Patient*innen mit Depression nachhaltig zu verbessern.