Schlüsselwörter: ehemalige Heimkinder, höheres Alter, Traumafolgen, Traumasensibilität, Retraumatisierung, Bewältigung, Pflege
Im Rahmen einer Fallschilderung aus einem Forschungsprojekt mit Betroffenen von Heimerziehung in der DDR und BRD werden deren Sorgen und Wünsche mit Blick auf das höhere Alter und den steigenden Unterstützungsbedarf herausgearbeitet und diskutiert. Um den traumatischen Erfahrungen und entsprechenden psychischen, sozialen, sozioökonomischen und körperlichen Folgen Rechnung zu tragen, bedarf es eines traumasensiblen Umgangs zur Vermeidung von Retraumatisierung. Die Unterstützung von Betroffenen bei der meist lebenslangen Bewältigungsaufgabe kann dabei nicht auf individueller Ebene verbleiben: auch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem geschehenen Unrecht und den Einbezug struktureller, ökonomischer und gesellschaftlicher Unterstützung in der Versorgung älterer Menschen – auch in der Psychotherapie – ist notwendig.